Billerbecker Skulpturen-Insel

Rüdiger Klebeck

Skulpturen und Objekte aus den Baumbergen

Künstlerische Vita

Jahrgang 1955, aufgewachsen in ländlicher Umgebung von Kamen am Ostrand des Ruhrgebiets, seit 1992 Billerbecker. In Billerbeck bin ich auf die Idee gekommen, Bildhauerei neben der beruflichen Tätigkeit als Sozialarbeiter zu betreiben, das war Anfang 2003. Ich habe dann nicht wieder damit aufgehört. Seit dem Sommer 2020 bin ich Rentner, mit der beruflichen Tätigkeit muss die Bildhauerei also nicht mehr konkurrieren. Überwiegend arbeite ich mit dem Baumberger Sandstein, zunehmend kommt inzwischen auch Holz ins Spiel.         

Die entstehenden Skulpturen sind Unikate, Form und Thema werden oft vom jeweiligen Rohling mitbestimmt. Eine Mischung aus Intuition, Idee und Experiment beeinflusst das Ergebnis. Gelernt habe ich die Bildhauerei als Autodidakt.

Mein Arbeitsstil lebt von spontaner Reaktion auf den Rohling, ob nun Stein oder Holz – je unregelmäßiger dessen Form ist, umso stärker wird die Skulptur zu einem gemeinsamen Werk zwischen dem Material und mir. Auftragsarbeiten mit klar formulierten Vorgaben kommen eher selten vor. Ebenso wenig orientieren sich meine Arbeiten an kommerziellen Gesichtspunkten, sie warten vielmehr auf Menschen, die Gefallen daran finden. Zum Teil eignen sich die Skulpturen aufgrund der Größe und Struktur für den Außenbereich, andere eher für den Wohnbereich oder einen geschützten Platz zum Beispiel auf der Terrasse.

Es entstehen neben den reinen Stein- oder Holzskulpturen, wie der Zufall mir Material zuspielt, Objekte und Skulpturen in Kombination von Stein und Holz, manchmal kommen auch Speckstein, Serpentin oder andere Materialien ins Spiel. Abstrakte Formen, Gesichter, Fantasiefiguren und damit dargestellte Gefühle oder Seins-Zustände sind häufig wiederkehrende Motive, nicht selten fließen aktuelle gesellschaftliche und politische Entwicklungen in die Themen meiner Werke ein. Zu diesen zeitkritischen Skulpturen und Objekten gibt es dann auch Textblätter zum jeweiligen Hintergrund des Werkes.

Gerne können Sie auch meine Homepage besuchen, um mehr von meiner Kunst zu sehen und weitere Informationen zu den einzelnen Werken zu erhalten.

Rüdiger Klebeck, Nikolausstraße 19, 48727 Billerbeck

02543-219064   01575-3150414  

ruedigerklebeck@web.de

https://www.ruedigerklebeck-skulpturen.de/

Eine kleine aktuelle Auswahl meines Schaffens



Kunst darf auch etwas zu sagen haben -
Das Beispiel der Skulptur "Verbundenheit"

Verbundenheit

Eiche, Baumberger Sandstein,

Labradorit

2020   Höhe 101 cm

Mensch und Baum sind enger miteinander verbunden, als der Menschheit das heute offenbar noch bewusst ist. Wir erkennen nicht die Bedeutung des Waldes für das Leben auf unserem Planeten an, zumindest ist diese Feststellung geboten, wenn wir betrachten, wie wir weltweit mit dem Wald, unserer Umwelt insgesamt umgehen. Vor mehr als 40 Jahren las ich den Sciencefiction-Roman von Ursula K. Le Guin, „Das Wort für Welt ist Wald“ (erschienen 1972): Die Menschheit schickt Raumschiffe zu einer nicht weit vom Sonnensystem entfernten Welt. Diese Welt ist so, wie die Erde einmal war, ehe die Menschheit sie ausplünderte und zerstörte: von Wald bedeckt. Auf dieser Welt lebt ein indigenes Volk, für das „Wald“ das Synonym für „Welt“ ist, weil ihre Welt von Wald bedeckt ist, von dem alles Leben abhängt. Die Menschen, dort angekommen, stellen unter Beweis, dass sie weder aus dem Völkermord z.B. an den Indianern noch aus der Zerstörung ihrer eigenen Welt etwas gelernt haben – sie machen sich daran, den Wald dort abzuholzen und das Holz zur Erde zu schicken. Für das indigene Volk sind die Tage des friedlichen Lebens gezählt, es wird von den Menschen unterdrückt und versklavt. 

Die Thematik wiederholt sich in dem Film „Avatar – Aufbruch nach Pandora“ aus dem Jahr 2009 und ist heute aktueller denn je. Denn immer noch hat die Menschheit offenbar nicht begriffen, dass sie den sprichwörtlichen Ast absägt, auf dem sie sitzt…

Mit der Skulptur Verbundenheit greife ich das Thema auf. Der „Baummensch“ steht, fest verwurzelt, auf dem Boden unseres Planeten, seiner einzig möglichen Heimat. Bei genauer Betrachtung seines Zustands wird allerdings deutlich, dass da mächtig „der Wurm drin ist“ – es nagt etwas mit Kraft an und in ihm. Die linke Hand scheint, um den Untergang zu verhindern, irgendwo Halt zu suchen. Die rechte Hand, die von einem Labradorit dargestellt wird, leuchtet bei entsprechendem Lichteinfall so, wie die Erde offenbar aus dem All als „Blauer Planet“ strahlt.

Es bleibt uns nicht mehr viel Zeit, uns konsequent für den Erhalt unseres eigenen Lebensraumes zu einzusetzen – es gibt außer in der Literatur und im Film nämlich keinen Ersatz für die Erde, sie ist der einzige uns zur Verfügung stehende Raum, um unser Leben als Menschheit weiter zu führen. Diese Aufgabe können wir nur gemeinsam als globale Herausforderung bewältigen – wir tragen die Verantwortung für unsere Zukunft und vor allem für die Generationen nach uns.